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Das Boot ist voll

Schweiz, 1981, 100‘
Regie: Markus Imhoof
mit Mathias Gnädinger, Curt Bois, Tina Engel, Hans Diehl, Martin Walz





Es ist davon auszugehen, dass die Schweiz während des Zweiten Weltkrieges über 20'000 Flüchtlinge an der Grenze abgewiesen oder aus dem Land geschafft hat. Zwischen 1938 und 1944 wurden zudem um die 14'500 Einreisegesuche abgelehnt, die Schutzsuchende bei den Schweizer Vertretungen im Ausland stellten.“ (Bergierbericht 2002)
Einer zufällig zusammengewürfelten Gruppe von Flüchtlingen gelingt 1942 der heimliche Grenzübertritt in die Schweiz. Sechs Leute – vier davon jüdischer Herkunft – springen aus einem aus Deutschland kommenden Zug, der kurz an einem einsamen Eck der Schweiz hält. Sie alle können nicht wissen, dass diese Zuflucht trügerisch ist, dass Flüchtlinge «einzig aus Rassengründen» kein Anrecht auf Asyl haben und dass seit einiger Zeit die Grenzen für Fremde verschlossen sind. Sie finden trotzdem Hilfe in einem Landgasthof und formieren sich zu einer grotesken Familie. Alle verstellen sich, halten ihre Hintergründe geheim und schlüpfen in neue Rollen, um sich zu retten. Das Verstellspiel gelingt nur eine trügerische Weile. Wem wird die Schweiz erlauben zu bleiben? Wer wird deportiert werden?
Imhoof, der diesen Film aus einer persönlichen Betroffenheit, ja Wut gedreht hat, weil die Schweiz ihre im Zweiten Weltkrieg gezeigte Inhumanität lieber verdrängt als offen zugibt, ist dennoch nicht ungerecht gegen seine Landsleute. Ein wenig überspitzt mögen der Bürokratismus und der einseitig ängstliche Klerus dargestellt sein, diejenigen jedoch, die aktiv helfen, sind sympathisch und auch ein bisschen hilflos. «Das Boot ist voll» ist ein äusserst ehrlicher Film.