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L’année dernière à Marienbad

Frankreich/Italien, 1961, 94’
Regie: Alain Resnais
mit Giorgio Albertazzi, Delphine Seyrig, Sacha Pitoëff, Françoise Bertin


In einem luxuriösen Grand Hotel in einem fiktiven Kurort versucht ein Mann eine Frau davon zu überzeugen, dass sie sich im Jahr zuvor am selben Ort schon einmal getroffen und sich für dieses neuerliche Treffen verabredet hätten. Der Mann insistiert, die Frau habe ihm damals versprochen, ihren Begleiter zu verlassen und mit ihm ein neues Leben zu beginnen. Die Frau kann sich nicht an ihr Versprechen erinnern oder gibt vor, sich nicht erinnern zu können. Ihr Partner fordert seinen Nebenbuhler wiederholt zu einer Variante des Nim-Spiels heraus, die der Mann verliert. Gegenwart, Vergangenheit und Fantasie vermischen sich, während der Mann versucht, der Frau verschiedene Begegnungen aus dem vorigen Jahr wieder vor Augen zu führen, die sie zum Teil gänzlich anders im Gedächtnis hat.
„L’année dernière à Marienbad“ hat Geschichte geschrieben: Radikal wie kein Film zuvor bricht Alain Resnais’ filmische Übertragung des avantgardistischen Nouveau Roman von Alain Robbe-Grillet mit traditionellen Strukturen von Zeit, Ort und Kausalität. Der Film verwebt kunstvoll die Zeit- und Realitätsebenen zu doppeldeutigen, labyrinthartigen Szenerien von faszinierender Bildkraft. Die Erzählung über die Begegnung einer Frau mit einem Mann ist stark fragmentiert und durch irritierende Wiederholungen, Variationen und Erzählschlaufen geprägt. Die Ambiguität des Films – zu keinem Zeitpunkt des Films kann sich der Zuschauer sicher sein, ob das, was er gerade auf der Leinwand sieht, Gegenwart oder Erinnerung, Traum oder Wirklichkeit ist – ermöglicht verschiedene Lesarten des Films und seiner Geschichte. Als Einflüsse nannte Resnais G. W. Pabsts „Die Büchse der Pandora“ und Alfred Hitchcocks „Vertigo“.

Einführung in den Film Dr. Sophie Rudolph