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Wilder Urlaub

Montag 24. November 2008, 20:00


Wilder Urlaub

Schweiz, 1943, 78’
Regie: Franz Schnyder
Mit Robert Troesch, Paul Hubschmid, Robert Freitag u.a.

1943, die Schweiz ringsum eingeschlossen und bedroht, entsteht dieser brillante Film, der an den amerikanischen ‹Film noir› erinnert. Es beginnt damit, dass Mitrailleur Hermelinger bei Wind und Wetter durch die Zürcher Altstadt schleicht und ein Zimmer in einer Pension mietet. Rückblenden erzählen die Vorgeschichte: wie Hermelinger seinen Vorgesetzten, Wachtmeister Epper, nach einem Streit niederschlägt. Wie er ihn für tot hält und deshalb beschliesst, am nächsten Tag ins Ausland zu fliehen. Wie der Arbeitersohn Hermelinger und der Bürgersohn Epper sich bereits von der Schule her kennen. In der Nacht vor seiner geplanten Flucht nach Frankreich begegnet Hermelinger den unterschiedlichsten Personen. Das Kind des Vermieters ringt mit dem Tod, ein Student und Offizier bringt es nicht übers Herz, seinen Eltern mitzuteilen, dass er das Studium abbrechen möchte, eine einsame Serviertochter nimmt Hermelinger zu sich nach Hause mit. Am Morgen muss sich Hermelinger entscheiden: Fahre ich mit dem Zug nach Genf oder steige ich in Dietikon aus und kehre zu meiner Truppe zurück?
Die militärische Zensur, die den ganzen Kulturbereich kontrollierte, tat sich schwer mit dem Drehbuch. Soldaten hatte man als heitere Wesen abzubilden, die ihre vaterländische Pflicht erfüllten, und nicht als Individuen mit inneren Nöten. Die Presse hin gegen hielt ‹Wilder Urlaub› für den bisher besten Schweizer Film. Sie schätzte die Dramatik, die an die düsteren Grossstadtfilme Amerikas erinnerte. Beim Publikum fiel der Film gerade deswegen durch. Es wünschte sich in diesen schweren Jahren lieber etwas Gemütvolles, ein Heimatdrama oder Lustspiel.