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Pequenos milagros

Eliseo Subiela, Argentinien, 1997, 99’
Drehbuch: Eliseo Subiela
Gedichte: Fernando Pessao
Kamera: Daniel Rodriguez Maseda
Musik: Osvaldo Montes
Besetzung: Julieta Ortega, Rosalia Birabent, Ana Maria Picchio, Hector Alterio


Mit «Ich bin 152 Zentimeter gross. Ich habe dunkles Haar und ein lustiges Gesicht. Meine Haut ist dunkel. Ich bin nicht schön, dass die Männer mir nachlaufen» stellt sich Rosalia in «Pequeños milagros» gleich selber vor. Gerichtet ist ihre Beschreibung nicht an eine unbekannte Person, sondern an einen alten und blinden Mann, dem sie Gedichte des portugiesischen Poeten Fernando Pessao vorliest, so wie sie auch einer blinden Jus-Studentin Liebesbriefe vorliest, die diese von Verehrern erhält, die nicht wissen, dass sie blind ist. Rosalia begleitet die leidenschaftliche Susanna auch in den Tano-Salon. Eliseo Subielas Protagonistin ist eine grossherzige und hilfsbereite Person. Sie arbeitet als Kassierin in einem Supermarkt. Verträumt geht sie durchs Leben, trägt das Herz auf der Zunge, spielt Gitarre und ist fest davon überzeugt, eine Fee zu sein. Sie kann tatsächlich Kräfte entwickeln, die übersinnlich sind. So hilft sie zum Beispiel einer aus Rumänien exilierten Familie, die versucht an einer Strassenecke mit Singen ein paar Pesos zu verdienen, indem sie durch Lächeln und Konzentration Passanten dazu bringt, viel Geld zu spenden. Ohne es zu wissen wird sie dabei von einem Computerfreak beobachtet. Denn die Bushaltestelle, an der sie immer wartet, ist mit einer digitalen Kamera bestückt, die laufend Standbilder ins Internet speist. Eines Tages entdeckt Santiago Rosalias Foto auf dem Internet und verliebt sich sterblich in sie. Doch der Mut für eine Begegnung mit ihr fehlt dem jungen Mann, der ein einsames von seinem Hund begleitetes Leben führt. Einsam ist auch Rosalia in ihrer bescheidenen Wohnung. Die Beziehung zu ihrer Mutter ist frostig, niemandem kann sie von ihren Wundertaten erzählen. Es bleiben ihr nur das Träumen,. Rosalia erzählt gerne einen Traum, den sie hatte, und sie fragt die Leute nach ihren Träumen. Doch nicht alle wollen davon erzählen…

Zum ersten Mal hat Eliseo Subiela eine Frau ins Zentrum des Geschehens gerückt, nachdem er jahrelang eher von Männern erzählte, die Frauen retten wollten oder das absolute Liebesabenteuer suchten.
Dach «Despabilate amor», der letztes Jahr im Cineclub auf grosse Begeisterung gestossen ist, zeigen wir zum zweiten Mal einen Film von Eliseo Subiela. Eliseo Subiela ist 1944 in Buenos Aires geboren. Nach literaturwissenschaftlichen und philosophischen Studien, promovierte er an der Filmschule von La Plata. Seit 1981 dreht er regelmässig Langspielfilme und gründete eine eigene Filmschule. Bezeichnend für Subielas Filme ist die kontinuierliche Arbeit mit der inneren Stimme, mit der Gedankenwelt. «Ich will an Träume und an die Phantasie der Menschen appellieren. Ich weiss, dass dies dem momentanen Trend zuwider läuft. In einer Zeit der Apokalypse und brutaler Filme muss man schon ein Provokateur sein, um ein Märchen zu erzählen».