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The Godess of 67

Hongkong/Australien, 2000, 118’, OmU

Regie: Clara Law,
Musik: Jen Anderson
Darsteller: Rose Byrne, Rikiya Kurokawa, Nicholas Hope, Elise McCredie


Ein junger Japaner sucht via Internet seinen Traumwagen, einen Citroën DS. Die Abkürzung DS machte das einstige Kultfahrzeug aus Frankreich über Jahre hinweg zur Déesse, was ins Englische übersetzt Goddess (Göttin) heisst. Der stilbewusste Japaner findet in Australien ein besonders schönes pinkiges Exemplar mit Jahrgang 1967 und reist unverzüglich hin, um es zu kaufen. Doch statt des Mannes, mit dem er in Online-Kontakt war, trifft er auf ein 17jähriges blindes Mädchen, das mit ihm zu einer Reise quer durch den australischen Kontinent aufbricht, von Sydney hinüber nach Lightningridge.
«Mit ‹Automn Moon› hatte Clara Law anfangs der 90er Jahre auch bei uns von sich reden gemacht. Der Film war die erfrischend lakonische Betrachtung der Begegnung zweier Kulturen im Grossstadtdekor von Hongkong. Inzwischen hat sich die Chinesin in Australien niedergelassen und wagt sich in ihrem jüngsten Film ‹The Goddess of 1967› rein äusserlich auf eine Reise quer durch den Kontinent, auf einen Trip, der gleichzeitig eine Reise ins Innere seiner Hauptfigur, einer jungen Frau ist. Deren Blindheit mag für die dunklen Seiten des Daseins stehen, die Clara Law mit einem überwältigenden Willen zur visuellen Ausdrucksweise beschreibt. Es sind Bilder, wie man sie kaum je gesehen hat, die ihren Film auszeichnen, verfremdete Bilder, die sich gegen falsche Ausgewogenheiten sperren und eine eigenwillige Erzählweise suchen. Law setzt den coolen Japaner und die zärtliche Australierin in irre Landschaften hinein, die wie Spiegelungen der Gegenwart wirken. Kameramann Dion Beebe hat auf der einen Seite die Modernität Japans in klaren Strichen erfasst und auf der anderen Seite der Archaik des australischen Outbacks ungeahnte Tiefendimensionen verliehen. Wir tauchen ein in die andere Seite der Welt, in die Kehrseite des Lebens so zu sagen. Clara Law geleitet uns, mit einem Soundtrack, der das ganze Spektrum der Musik mit einzubeziehen versteht und ihrer Vision des Lebens und des Liebens, durchs Unterbewusstsein einer jungen Frau. Zu den Wagnissen ihres Bildertrips gehört auch der radikale Einbezug jenes Kultautos, um das über Jahrzehnte hinweg designbewusste Mitmenschen nicht herumkommen wollten und konnten. Law spielt mit dem Objekt der Begierden, und sie führt uns über die Déesse (oder Goddess) hin zu anderen Göttern und Göttinnen, an die Mann oder Frau sich halten mögen oder von denen sie ablassen. Ihr Spiel mit den Farben, mit der Landschaft, mit Objekten und Figuren setzt im Kino einen eigenen Akzent. Diese Bildkraft wird man so schnell nicht wieder vergessen.»