Login
 
HOME
PROGRAMM 2021/2022
CC@KUNSTMUSEUM
MITGLIEDSCHAFT
VEREIN
FILMARCHIV
20/21 Secrets
19/20 Skandal
18/19 Hotel
17/18 überBrücken
16/17 Identität
15/16 Zeit
14/15 Untergrund
13/14 Umbrüche
12/13 60 Jahre
11/12 büez
10/11 Passagen
09/10 Schaf, Rab, Katz & Co
08/09 Farben
07/08 partir
06/07 Familien-Geschichten
05/06 Tonspur
04/05 Männer
03/04 Unterwegs
02/03 Kunst im Film
01/02 Feste feiern
weitere Jahrgänge
KONTAKT
 
  Das Passfoto
-------------------------------------------
  Zugvögel / Reise nach Inari
-------------------------------------------
  Viaggio a Misterbianco
-------------------------------------------
  007 Liebesgrüsse aus Moskau
-------------------------------------------
  Bejing Bicycle
-------------------------------------------
  Begegnung auf der Milchstrasse
-------------------------------------------
  Walk the Walk
-------------------------------------------
  The General
-------------------------------------------
  Scharf beobachtete Züge
-------------------------------------------
  TGV
-------------------------------------------
  The Godess of 67
-------------------------------------------
  Die letzte Chance
-------------------------------------------
   
Walk the Walk

Robert Kramer, Schweiz/Frankreich, 1995, 114'
Besetzung: Jacques Martial, Laure Duthilleul, Bétsabée Haas


«Walk the Walk» ist die Aufzeichnung der Bewegungen von drei Personen. Drei Personen, die ihren eigenen Weg gehen und dennoch auf mysteriöse Weise an ihre familiären Bande gebunden sind. Robert Kramer lässt, als wiederkehrendes Motiv seiner Filme, die Protagonisten reisen und zieht so eine rote Spur quer durch Europa: von der Camargue in die Ukraine, von Strasbourg nach Zürich und Berlin.
Raye geht von zu Hause weg. Sie will raus aus der öden Landschaft Südfrankreichs, will Europa mit offenem Blick kennenlernen. Für ihren Vater Abel ist ihr Ausbruch Grund genug, sich anstecken zu lassen. Seine Sportkarriere ist vorbei, und die vertraute Umgebung, verlassene Industriestandorte und trockene Heidelandschaft, signalisieren nur noch Stagnation. während Abel, der Läufer, in fernen Ländern nach neuen Erfahrungen sucht, bleibt seine Frau Nellie allein zurück. Als Erforscherin von Mikroorganismen fühlt sie sich an diesen Ort gebunden. Trotz inneren Ängsten macht sie ihre eigene Reise unter dem Mikroskop und ohne sich vom Fleck zu bewegen.
'Walk the Walk' ist vor allem auch eine Aufzeichnung von Landschaften. Von gigantischen Landschaften, denen trotz einzigartiger Schönheit etwas Morbides anhaftet: Selbst die verlassensten Landstriche entrinnen der mechanisierten Arbeit nicht. Und Fabriken, Züge, Brücken, Baustellen sind von einem geheimnisvollen Leben erfüllt, das unter der Last, zuviel gedient zu haben, zu erlöschen droht. So erscheint die Welt in 'Walk the Walk' als ein sich ständig regenerierendes Strandgut. Kramers Kino hat den Geschmack des Brachliegenden, des Rohen, ist aber niemals zynisch pessimistisch. So endet 'Walk the Walk' denn auch im unbestimmten Optimismus von Raye, die versucht, ihren Traum einer Zukunft als Sängerin zu realisieren.