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PROGRAMM 2020/2021
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  Zugvögel / Reise nach Inari
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  Scharf beobachtete Züge
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  Die letzte Chance
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Bejing Bicycle

Wang Xiaoshuai, China 2001, 113’
Sprache: mandarin/f/d
Besetzung: Cui Lin, Guei Li Bin
Jian Zhou Xun, Qin Gao Yuanyuan
Xiao Li Shuang, Da Huan Zhao Yiwei
Pang Yan, Zhou Fangfei
Xie Jian, Ma Yuhong

Die Fahrradstadt par excellence

Beijing, wie Peking heute genannt wird, ist das faszinierende Dekor, in dem sich die Geschichte des Velokuriers Guei abspielt. 16jährig kommt er in diese Grossstadt und hat Glück: er findet eine Arbeit als Kurier. Die Bezahlung ist zwar gut, aber er muss für das ihm zur Verfügung gestellte Topfahrrad monatlich einen Anteil abstottern, bis es sein Eigentum sein kann. Nur, so weit kommt es nicht. Eines Tages ist das schöne Fahrrad weg – und damit natürlich auch die Arbeit. Guei sucht sein Gefährt verzweifelt in ganz Beijing und entwendet es seinerseits, als er es endlich wieder findet. Der neue Besitzer allerdings hat es rechtmässig auf dem Flohmarkt erworben.
Er ist Schüler und hat immer schon von einem so sportlichen Velo geträumt. Jetzt müssen die beiden Besitzer einen gemeinsamen Weg aus der vertrackten Situation heraus finden, in einer Stadt, in der neue Spielregeln gelten.
In Beijing Bicycle erleben wir die Stadt von unten: der konkrete Zweikampf um das Fahrrad, eine klaustrophobische und katastrophische Auseinandersetzung. Die Schauplätze verengen sich auf verwinkelte Viertel mit kleinen Strassen und Sackgassen, schmutzigen Hinterhöfen und dunklen Brückenunterführungen.
Der Film zeichnet mit seiner eingängigen und emotionsgeladenen Geschichte ein eindrückliches Bild des sich wandelnden Beijings. Er lässt uns ahnen, unter welchem Druck die Menschen in einer Stadt stehen, in der die Wirtschaft einen Wandel vollzogen hat, dem die Politik noch nicht gefolgt ist. Und dabei erfahren wir im doppelten Wortsinn die Stadt und ihre einzigartigen Quartiere mit Beijings Fortbewegungsmittel Nummer eins: Dem Fahrrad eben.
Regisseur Wang Xiaoshuai nimmt den Umbruch der Grossstadt als Anlass für einen Spielfilm, der nicht zufällig auf ein grosses europäisches Vorbild zurückgreift. Auch Italien erfuhr in der Zeit, in der Ladri di biciclette entstand, einen tiefgreifenden Wandel, und Beijing gibt heute allein als Dekor schon einen atemberaubenden Hintergrund ab. Die Hutongs, die alten Quartiere mit den eingeschossigen, in Grauton gehaltenen Wohneinheiten, prägen noch immer grosse Teile der Innenstadt, während sich um die Ecke die modernsten Glasfassaden erheben und Konsumtempel sich breit machen. In einem der typischen Hutong-Häuser wohnt der eine der beiden Jungen, die ein und dasselbe Fahrrad gekauft haben. Durch die modernen Strassen kurvt Guei, der andere, der als Kurier arbeitet.

Festivals/Auszeichnungen
Grosser Jurypreis, Berlin 2001
New Talent Award für die beiden Schauspieler, Berlin 2001