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Steve Zissou (Murray als sympathischer Kotzbrocken) ist wie Jacques Cousteau Ozeanograf, Filmemacher und notorischer Wollmützenträger. Sein Ruhm gründet weniger auf wissenschaftlicher Erkenntnis als auf einer Reihe gestellt wirkender, doch höchst populärer Dokumentarfilme. Nun aber hat Zissou mit deren zunehmenden Erfolglosigkeit und seiner Midlife-Crisis zu kämpfen. Mit seinem treuen Team, dem mutmasslichen unehelichen Sohn (Wilson, Ko-Autor aller früheren Anderson-Filme) und einer hochschwangeren Journalistin (Blanchett) sticht er in See zu seiner vielleicht letzten Expedition, um die Jagd auf den bisher unbekannten Jaguarhai zu filmen. Gemeinsam erlebt man Abenteuer über und unter Wasser, gerät in eine Meuterei und fällt unter Piraten. Fantastische und bizarre Wesen bevölkern die Tiefen des Meeres im Film, wie sie noch niemand erblickt hat: regenbogenfarbene Seepferdchen, glühende Quallen, Fische mit Sternbildmuster und solche, die sich selbst komplett umstülpen können. Die wunderbaren Geschöpfe stammen jedoch nicht wirklich aus dem Meer, sondern aus der Werkstatt des Puppentrick-Animators Henry Selick.
Ebenso skurril und artifiziell wie die Fische wirken die Figuren des Films. Dass sie nicht zum reinen Menschenzoo verkommen, verdankt sich zum einen den Schauspielern, zum anderen der Mischung aus Ironie und bittersüsser Melancholie. Der Witz des Films ist nicht einer der schnellen, lauten Pointen, sondern des beiläufig Grotesken, was auch für die David-Bowie-Songs gilt, die Seu Jorge auf Portugiesisch zum Besten gibt.
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