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Matinée mit zwei Filmen
CINEMA ITALIANO – in Zusammenarbeit mit Cinélibre

L’Orchestra di Piazza Vittorio

Sonntag, 22.November 2009, 9:30

Italien, 2007, 93’
Regie: Giorgio Diritti


Der Film erzählt die Entstehungsgeschichte des berühmten Orchesters der Piazza Vittorio in Rom und vereint in einer berührenden Komödie Musik, Freundschaft und Solidarität. Dieses hat seinen Ursprung aus einem belebten Römer Viertel, in welchem die Italiener eine «ethnische Minderheit» darstellen. Über die Dauer von fünf Jahren gedreht, dokumentiert der Film die Band von den Anfängen bis zu ihren jüngsten Erfolgen. Daran beteiligt waren nicht weniger als 30 Strassen- und Berufsmusiker/ -innen aus 15 Nationen (teils illegal in Italien), 5 Kameraleute, 4 Cutter und 3 Tontechniker.

Der Film zeigt nicht zuletzt, dass das heutige Italien aus einem Mix von Völkern und Kulturen besteht. Er besticht durch seine gelungene Kombination aus Musik und Lebensgeschichten. Der Regisseur Agostino Ferrente, 1971 geboren, studierte an der Abteilung für Kunst, Musik und Theater an der Universität von Bologna. Er arbeitete für Radio und Fernsehen und als Regieassistent, bis er 1993 seinen ersten eigenen Kurzfilm, gefolgt von Dokumentarfilmen, drehte. Im Jahr 2002 gründete er die Gruppe «Apollo 11», die aus dem gleichnamigen Kino einen wichtigen Treffpunkt im Kulturleben Roms machte. Und dies gehört nun bereits wieder zur Entstehungsgeschichte des Film «L’Orchestra di Piazza Vittorio»!

Il vento fa il suo giro

Sonntag, 22.November 2009, 11:30

Italien, 2006, 110’
Regie: Agostino Ferrente
mit Thierry Toscan, Alessandra Agosti,
Dario Anghilante, Giovanni Foresti,
Emma Giusiano u.a.

Der Film spielt in Chersogno, einem halbverlassenen Dorf im piemontesischen Mairatal. Das Leben hier ist ursprünglich und auch etwas düster. Die überwiegend älteren Einwohner halten sich mit Sommertourismus über Wasser und sprechen noch das aussterbende Okzitanisch, was dem Film eine sprachliche Einzigartigkeit verleiht. Hierhin zieht es den französischen Schäfer Philippe mit seiner Familie und seinen Schafen. Der ehemalige Lehrer ist auf der Suche nach einem Leben im Einklang mit der Natur. Anfangs werden Philippe und seine Familie begeistert begrüsst, doch bald schlägt die Stimmung in dem kleinen Dorf in Neid, Misstrauen und Intoleranz um. Das Zusammenleben der «Neuen» und der «Alten» wird immer schwieriger. Der Film wurde fast ohne Geld und überwiegend mit örtlichen Laiendarsteller/ -innen gedreht. Das Besondere an diesem Film ist, dass der Regisseur sein Thema nicht auf eine simple Art behandelt, denn es geht ihm nicht um einfache Schlagworte wie «zurück zur Natur» . Vielmehr setzt er die Beziehung zwischen dem französischen Schafzüchter und den Dorfbewohnern, die sich gleichermassen den Verlockungen unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft verweigern wollen, subtil in Szene. Das konservative Denken einiger Dörfler, die Verteidigung ihrer althergebrachten Werte, trifft hart auf den Versuch des Hirten, ein zeitgemässes alternatives Lebenskonzept zu verwirklichen.

«Il vento fa il suo giro» musste erst auf vielen Festivals anlaufen, bevor er in die Kinosäle kam. Aber er hat sich durchgesetzt und auf seiner Tournee durch Europa viele Kinogänger/-innen begeistert. Der Film erhielt den Hauptpreis des internationalen «Berg- und Abenteuer-Filmfestival» in Graz.